Music: Ayano Tsuji – Kaze ni Naru [become the wind] || Video: StudioGhibliChannel
Ein neues Jahr, ein neuer Anfang und schon wieder sehe ich Film um Film. Diese Filme vom Studio Ghibli haben es mir auch angetan >__< Und da ist es mir wirklich sowas von egal, ob ich nun als kindisch bezeichnet werde oder aber nicht. Wobei ich es ab und zu ganz gerne mal als Kompliment sehe. Das heißt ja nur, dass ich noch viel Kind in mir habe, was ich als sehr schön erachte. Schließlich, was wäre das Leben ohne Spiel, Freude und Spaß? Aber ich schwafle schon wieder. Kommen wir lieber zu dem Film, den ich letztens wieder angesehen habe, und zwar handelt es sich dabei um “Das Königreich der Katzen” bzw. “Neko no Ongaeshi” bzw. “The Cat’s Return”. Wieso ich alle Namen aufliste? Einerseits der Vollständigkeit halber, andererseits finde ich es auch interessant wie unterschiedlich die Namen je nach Land sein können. Nun aber endlich zu dem Inhalt, denn ich denke, viele haben überhaupt noch nie davon gehört. In Deutschland vor allem hält sich die Werbung für solche Filme auch eher in Grenzen, habe ich das Gefühl.
Inhalt: Haru Yoshioka, eine 17-jährige Schülerin, ist eine notorische “Zuspätkommerin”. Eines Tages kommt sie wieder zu spät und wird nicht nur von der ganzen Klasse, sondern auch noch von dem Jungen ausgelacht, in den sie verliebt ist. Etwas niedergeschlagen macht sie sich mit ihrer Freundin Hiromi auf den Nachhauseweg, als die beiden einer Katze mit einem kleinen Päckchen im Maul über den Weg laufen. Diese versucht die Straße zu überqueren und wird dabei beinahe von einem Lastwagen erfasst. Haru, die ohne wirklich nachzudenken losläuft, rettet sie um Haaresbreite woraufhin sich die Katze nicht nur verbeugt, sondern sich sogar mit Worten des Dankes verabschiedet.
Am Abend desselben Tages kommt es jedoch zu einem noch skurrileren Ereignis. Durch Harus Nachbarschaft zieht eine Prozession bestehend aus Katzen, die den Katzenkönig zu Haru bringen. Dessen Sekretär Natoru überreicht dem Mädchen eine Schriftrolle, auf dem die “Wohltaten” aufgelistet sind, die sie für die Rettung der Katze zuvor erhalten soll, denn sie hat nicht irgendeine Katze, sondern den Prinzen des Katzenkönigreichs gerettet. Allerdings sind die “Wohltaten” kaum “menschengerecht”. Über die Nacht wächst in Harus Garten Katzenminze durch die sie von allen Katzen der Stadt verfolgt wird und in ihrem Spind in der Schule findet sie in Geschenkschachteln verpackte, lebende Mäuse. Von diesem anstrengenden sowie glücklosen Tag völlig aus der Bahn geworfen, willigt sie schließlich bei einem Gespräch mit Natori, einer Sekretärin des Katzenkönigs, ein, ins Katzenkönigreich zu kommen. Dort soll sie mit dem Prinzen vermählt werden, den sie den Tag zuvor gerettet hatte.
Jedoch passt das Haru überhaupt nicht, woraufhin sie verzweifelt darüber nachdenkt wie sie das alles doch noch abwenden könne. Daraufhin hört sie aus dem Nichts eine Stimme, die ihr dazu rät zum “Katzenbüro” zu gehen. Dort werde ihr geholfen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten gelingt es ihr, es zu finden und sie begegnet dort einer lebenden Katzenpuppe, die sich als Baron Humbert von Gikkingen vorstellt, kurz: Baron. Hinzu kommen Toto, ein Gargoyle, der genauso wie der Baron von Menschenhand geschaffen wurde und dennoch eine Seele besitzt und Muta, ein dicklicher, gefräßiger, aber doch warmherziger Kater.
Doch gerade als sie sich darüber beraten möchten, wie Haru geholfen werden kann, wird sie von Katzen entführt und ins Königreich der Katzen gebracht. Dort angekommen müssen sie gemeinsam überlegen, wie sie entkommen sollen und vor allem wie sie es rechtzeitig tun, denn Haru verwandelt sich langsam aber sicher in eine Katze. Sie muss vor Morgengrauen wieder in der Welt der Menschen sein, sonst bleibt sie für ewig eine Katze!
So viel zu dem Inhalt des Films. Nun zu meiner Meinung, denke ich. Aber wie ich das genau sagen soll…da hapert es vielleicht etwas, da ich erst vor kurzem versuche, Rezensionen zu schreiben, die aber doch eher einfache Erlebnisberichte sind. Ich hoffe, man kann mir verzeihen, wenn ich jetzt keine wirkliche Filmkritik liefern kann. Ich möchte vielmehr teilen, wie mich dieser Film denn berührt hat. Und VORSICHT! Spoiler vorhanden! Lesen auf eigene Gefahr ;D
Zuerst einmal zu den positiven Aspekten. Wie jeder Film aus dem Studio Ghibli sind die Zeichnungen auch hier wunderschön. Alles ist liebevoll und mit warmen Farben gestaltet worden, sodass sich schnell ein heimeliges und auch sehr warmes Gefühl im Inneren ausbreitet. Außerdem erinneren einige Aspekte wie etwa die Größenunterschiede zwischen Haru und den Katzen leicht an “Alice im Wunderland”. Genauso wirkt das Königreich der Katzen sehr märchenhaft im Vergleich zu der Menschenwelt. Jedoch ist selbst diese sehr energiegeladen durch die ausdrucksvollen Bilder und die lebhaften sowie fröhlichen Charaktere. Sie wirken auf Anhieb sympathisch, da vor allem Jugendliche in meinem Alter gut Harus “Zuspätkommen” sowie “Verschlafen” nachvollziehen können. Im Großen und Ganzen ist die Geschichte sehr liebevoll gestaltet worden und bringt einen Hauch Fantasie in unsere Realität, was mich schon immer an Filmen dieser Art begeistert hat.
Doch da kommen wir auch schon zu den etwas negativeren Aspekten, die jedenfalls mich ein wenig stutzig werden lassen. Leider wird nicht viel bzw. gar nichts über den Baron an sich gesagt, wobei ich mich sehr für die Geschichte seiner sowie Totos Entstehung interessiert hätte. Außerdem wird nie geklärt wie es sich jetzt mit Harus Fähigkeit verhält, sich mit Katzen zu verständigen. Und auch der Grund für Harus Entführung erscheint lächerlich kindisch gegen Ende des Films. Was ich an diesem Film vielleicht bemängeln würde ist, dass mir der Tiefgang fehlt, doch dieser war wohl nie wirklich Ziel desjenigen, der die Geschichte verfasste. Es ist mehr eine liebevoll gestaltete Reise, um die Jugendlichen bzw. Kinder ein bisschen in die richtige Richtung zu stupsen. Wir müssen schließlich alle einen Weg für uns finden und mit der Zeit wachsen. Wobei ich da auch gerne solch eine Reise wie Haru unternommen hätte, denke ich, dass das Leben genug davon bereit hält.
Irgendwie habe ich jetzt Lust bekommen mein Zimmer mit kleinen Figuren zu schmücken. Wieso wohl? ;D
PS: Viel Spaß an alle, die sich dafür entscheiden, diesen Film anzusehen. Als Familienfilm ist er jedenfalls sehr zu empfehlen. Ich kann dafür garantieren, dass er keinerlei wirklich gewalttätigen Szenen enthält und somit für Jung und Alt gut geeignet ist, um einen schönen Abend mit Freunden und Familie zu verbringen. Ich empfehle ihn hiermit wärmstens weiter und denkt daran: Nur wer kindlich ist, bleibt jung ^^