Emotions – Are we still human?

Ich weiß nicht, was ich mir gestern dabei dachte. Wahrscheinlich dachte ich überhaupt nicht. Die Tränen flossen, die Trauer brach aus, sprengte die Ketten, die sie festhielten. Noch immer kann ich nicht fassen wie sehr ich geweint habe, wie ungehemmt alles aus meiner Seele zum Vorschein trat. Doch ich denke, es war nötig. Nötig diese Verdrängung, Distanzierung und Verleugnung endlich zu durchbrechen. Es tat gut endlich einmal zu trauern, zu weinen. Ich glaube ich habe schon lange nicht mehr so hemmungslos geweint. Ich hatte ganz vergessen wie unkontrollierbar so etwas manchmal ist. Die Gedanken rasten, die Tränen flossen und wenn sie einmal versiegt waren, drängten die Gedanken die Augen den Tränenfluss wieder freizugeben. Ich fühlte mich nicht müde. Meine Augen waren zwar ausgetrocknet und bestimmt in ein tiefes Rot getaucht, aber ich fühlte mich lebendiger als je zuvor. Menschlicher als je zuvor. Denn Emotionen machen uns schließlich zu Menschen, nicht wahr?

„Being helpless – Emotions breaking free“

Ich habe erlebt wie hilflos ich sein kann, wie kindlich und wie stark meine Emotionen sein können. Ich habe die ganzen Tage wie in einer Trance verbracht. Jedenfalls kommt es mir so vor. Einen Tag nach dem anderen musste man „durcharbeiten“, „durchorganisieren“. Kein Platz für Gefühle, für Tränen. Alles musste funktionieren, wie Zahnräder in einer Uhr musste alles perfekt ineinander übergehen, sich ausgleichen, antreiben. Mir ist klar geworden wie völlig unmenschlich es war. Wie völlig sinnlos es war. Wir fühlen nicht, wir funktionieren. Die Gesellschaft treibt uns an, aber es ist nicht schlimm, schwach zu werden. Einfach einmal alles über Bord werfen, alles vergessen, alles ausbrechen lassen. Kontrolliert zu leben ist im Leben tot zu sein. Das, was wir haben ist ein Geschenk. Unser Leben, unsere Träume, Wünsche, Gefühle, man sollte nicht vergessen, dass man für sich lebt, nicht für andere oder ein System, das funktionieren muss. Ganz für sich. Es ist nur rechtens mehr als nur einmal egoistisch zu sein.

„Promise me not to break before me – Don’t leave me alone“

Gestern habe ich erst gemerkt wie wichtig die Menschen in meinem Umfeld mir geworden sind. Noch einige Jahre zuvor habe ich die halbe Welt verflucht, habe sie bespuckt, wollte sie in Flammen aufgehen lassen, weil sie meine Seele so sehr quälte, habe jeden lebenden Menschen gehasst. Gehasst dafür, dass sie lachten, sich amüsierten, nicht alleine waren. Ich musste versuchen, sie zu verstehen. Ich habe versucht mir einzureden, dass ich nicht in diese Welt gehörte, aber dann habe ich eingesehen, dass diese Welt manchmal um so vieles freundlicher, schöner sein kann, wenn man nicht alleine ist. Ich liebe meine Familie, ich liebe meine Freunde, ich liebe Leute, denen ich noch nie persönlich begegnet bin und ich denke ich habe dieses Leben lieben gelernt. Deswegen: Please promise me not to break before me. Wir leben gemeinsam, wir fallen gemeinsam.

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