Nachtschatten

Manchmal bist du heilend, tröstlich für die schmerzende Seele, die nach Hilfe ruft

Manchmal bist du gefährlich, bietest Schutz für unsere schwärzesten Gedanken und Taten

Und manchmal bist du einfach undurchdringlich, unheimlich, spiegelst das wider, was in unserem Herzen ist

…Dunkelheit, Leere, unendliche Trauer…

Nacht, wie oft habe ich nach dir gerufen, nach dir geschrieen in den schwärzesten Stunden, um mir ein  bisschen Licht zu spenden mit deinen glitzernden Sternen, dem leuchtenden Mond. Nacht, wie oft habe ich dich verabscheut, dafür, dass du deinen Mantel über unsere Erde und unsere Augen legtest, ein Leben mit dir nahmst. Nacht, wie oft hast du mich beobachtet, wenn ich wieder still vor mich hinweinte und wie oft hast du meine Augen geschlossen, wenn ich vor lauter Trauer keinen Schlaf fand. Nacht, dem Tag jagst du hinterher wie ich dem Glück. Ich würde manchmal gerne deine unendliche Weite einfangen, dich umarmen und den Schmerz, den du jedes Mal von neuem siehst, teilen. Es tut weh, alles zu sehen und doch nur über die Welt wachen zu können. Es tut weh, Leben zu verabschieden. Ja, es tut weh, „Lebewohl“ zu sagen oder aber „Auf Wiedersehen“. Ich kenne das und leide darunter.

Wisst ihr, ich bin kein Mensch, der jahrelang eine Beziehung zu jemand anderem aufbaut und einfach loslassen kann. Nein, ich bin nicht so. Ganz und gar  nicht. Deswegen tut es so weh. Heute und gestern. Es tut so weh, dass ich jede Sekunde dachte mir würde gleich das Herz zerspringen. Natürlich, es ist nie ein „Lebewohl“, es besteht immer die Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen und dennoch…tut es so weh, als hätte ein Pfeil mein Herz durchbohrt. Manchmal denke ich darüber nach, denke darüber nach, mich zu ändern und endlich loszulassen, ohne viel Schmerz, ohne all die Tränen, aber ich denke nicht, dass das geht.

Natürlich bin ich immer noch kindlich, natürlich sollte ich all die Schwächen ablegen, die ich immer noch in mir trage, aber ich versuche mich selbst zu akzeptieren und zu lieben, so wie ich bin. Dann bin ich eben weinerlich ab und zu, tollpatschig, manchmal stur, hitzköpfig und ein bisschen kindisch. Aber so bin ich, das bin ich. Jeder Mensch hat Stärken und Schwächen, die man entdecken und sich eingestehen muss. Oft ist es schwer sein eigenes Wesen zu akzeptieren. Vielen fällt es auch nicht leicht ihr Äußeres zu schätzen, weil ihnen in den Kopf gesetzt wird, dass sie sich ändern müssen, sich einem Ideal anpassen, das es so eigentlich gar nicht gibt. Ein Ideal wird verkauft mit all der Schminke und den Cremes, um etwas zu erschaffen, das nicht echt sein kann. Deswegen sollten alle, du und ich, versuchen zu akzeptieren wie wir sind und wer wir sind, denn wenn du versuchst dich zu ändern, dein Wesen zu ändern wirst du bald auf eine Mauer aus Lügen stoßen. Natürlich kann sich der Mensch entwickeln, aber er kann sich nicht neu erfinden ohne zu heucheln, ohne zu verdecken, zu verschleiern. Es ist leicht zu sagen, dass man sich nicht mag und um so einiges schwerer zu sagen, dass man glücklich ist so wie man ist. Deswegen werde ich versuchen mein Wesen endlich so zu respektieren und zu akzeptieren wie all die Leute in meinem Umfeld auch, denn ich weiß, dass sie mich lieben so wie ich bin und mich mit allen freiwilligen Veränderungen, die mit den Jahren noch kommen, immer noch lieben werden.

Um wieder zu vorhin zurückzukommen…ja, ich habe eine schwierige Phase manchmal mit all der Einsamkeit, der Trauer und der Angst jemand wichtiges zu verlieren, aber ich weiß, dass all diese Ängste nur ein Schatten sind, der dem Licht folgt. Etwas, das mich zwar verfolgen, aber nicht verschlingen wird. Es ist wie ein Gefährte auf dem Pfad, auf dem ich wandle und ich werde diesen Gefährten achten, weil ich weiß, dass das Leben mit dem Schmerz und dem Glück einhergeht.

Ich bin dankbar für mein Leben.

Wie ein Schatten ziehst du vorüber, wie ein Schatten verlöschst du im Sonnenschein

Ängste, Trauer, Einsamkeit

Ihr gehört zu mir

Doch genauso Freude, Lachen und auch Glück

Begleiten mich auf dem Weg, gemeinsam mit euch, mit dir

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